3.10.2018

Nach wie vor fixiere ich alles, was hölzern ist und schwarz aussieht. Schon beim allerersten Mal, als ich Fotos von Simon Meyer sichtete, war ich von der schwarzen Holzkohle fasziniert. Simon Meyer war während der Filmaufnahmen bei den Köhlern im Napf der Set-Fotograf («Köhlernächte»).

Jeder, der Holzkohle näher betrachtet, spürt die imaginäre Kraft der ehemaligen Baumstücke. Umso mehr, wenn es sich nicht nur um ein Stück handelt, sondern um viele. Wie bei der «Ernte» eines Holzkohle-Meilers. Oder wie bei einem Kunstobjekt von Robert Müller.

Holzkohle-Kubus

Ein Farbenspiel zwischen Silberblau und Tiefschwarz, durchbrochen von einigen Tupfern stumpfem Senfgelb. (Foto: Tom Stocker, Luzern)

Nicht nur regionale Künstler wie Robert Müller (im Kunstpavillon Luzern; obiges Bild) sondern auch internationale Künstler wie Richard de Long (im Kunstverein Ruhr in Essen) setzen sich immer wieder mit Kohle und Holzkohle auseinander.

Für mich ist es eine besonders spannende Phase, wenn der Holzkohle-Meiler langsam am Ausglühen ist. Dann verkohlt die unterste Schicht im Innern. Die Luftlöcher sind noch ein bisschen größer. Immer wieder züngeln Gasflammen nach draußen. Magisch, als wäre ein sterbender Drache in der schwarzen «Löschi-Decke» eingefangen.

Holzkohlemeiler im letzten Stadium 

Je nach Luftzufuhr und Windrichtung schießen kleinere oder größere Gasflammen nach außen und tanzen um den Löschimantel.

Vor rauchenden Meilern bin ich nun schon mehrmals gestanden. Erstmals aber habe ich gesehen, wie von Anfang an die ersten «Etagen» eines Meilers aufgeschichtet werden. Nicht nur das, ich habe selbst während einer Stunde oder länger die nicht gerade federleichten Holzspalten hingeschleppt und eingefügt. Es ist eine Knochenarbeit. Gleichzeitig kommt ein gutes Gefühl auf, wenn fünf oder acht Personen das gleiche tun und der Holzstapel langsam seine Form bekommt.

 

Was hier im Filmclip sehr schnell geht, braucht etwa einen Vormittag. Je nach Helfer ist in ein bis zwei Tagen der Stapel für den Tannenreisig-Mantel und die Löschi-Abdeckung bereit.

In der Zwischenzeit ist die Bilderauswahl für das Köhlerbuch weiter angewachsen. Die Kapitel sind weitgehend strukturiert und die Layoutseiten bekommen klarere Gestaltung. Es wird allerdings noch einige Monate dauern, bis die Druckmaschinen laufen und bis auch die Buchbinderarbeiten abgeschlossen sind. Einige Blog-Beiträge werden dazu ganz bestimmt folgen. Dranbleiben...!


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